Das wertvollste in der ehe. Wie man seine ehe bewahrt.

 
Das wertvollste in der ehe. Wie man seine ehe bewahrt.

Sexuelle Unzufriedenheit ist in den entwickelten Ländern der häufigste Scheidungsgrund. Das besagt die Statistik, und ob es Ihnen gefällt oder nicht, Sie müssen sich, wenn Sie eine stabile Ehe wollen, in erster Linie um den intimen Bereich Ihres Lebens als Paar kümmern. Vielleicht sind Sie nicht einverstanden und meinen, es gäbe doch andere Werte in einer Beziehung und Sex sei nicht dermaßen wichtig. Dann lassen Sie uns dieses Thema näher erörtern.

Traurige statistische Daten

„Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich.“ Mit diesen Worten beginnt Lew Tolstois Roman „Anna Karenina“. Er wurde in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts geschrieben und für die Gesellschaft jener Zeit beinhaltete das Verständnis einer unglücklichen Familie eine Unmenge nicht näher definierter Kriterien, die sich kaum schlüssig verallgemeinern ließen. Aber das Ende des vorvorigen Jahrhunderts und der Beginn des jetzigen sind kaum miteinander vergleichbar. Die empirische soziologische Wissenschaft, ausgerüstet mit den Möglichkeiten des Internets und unterstützt durch die Psychologie, bestätigt, dass sich die gesellschaftlichen Normen seit Lew Tolstoi stark verändert haben und die damaligen Werte keinen Bestand mehr haben. Die Familie hat deutlich an Stabilität verloren. So endeten zum Beispiel in Russland vor 60 Jahren nur 3 Prozent der Ehen mit einer Scheidung. Zehn Jahre später war diese Zahl bereits um das Dreieinhalbfache gestiegen. In den 1980er Jahren zerbrach schon jede dritte Ehe, heutzutage sind es 45 Prozent. In den USA sind die Zahlen ähnlich. In Großbritannien wurden in den 1970er Jahren 22 Prozent der Ehen geschieden, im Jahr 1995 lag die Scheidungsrate bei 30 Prozent und steigt seit 2009 jährlich um 5 Prozent. Insgesamt werden 42 Prozent der britischen Ehen geschieden. Deutschland verzeichnete in den 1970er bis 1990er Jahren eine stabil niedrige Scheidungsrate (dreimal niedriger als in Russland zum Beispiel). Dann erfolgte ein Anstieg, und wenn dieser Trend anhält, geht in diesem führenden europäischen Land bald jede zweite Ehe zu Bruch. In Kanada werden 48 Prozent der Ehen geschieden, in Frankreich 38, in Japan 27 Prozent. Sie sehen, das sind beeindruckende Zahlen, über die es sich lohnt nachzudenken und zu sprechen. 

Zerbrochene Hoffnungen – wie kommt es dazu?  

Weltweit sind Soziologen und Psychologen über die von Jahr zu Jahr steigende Anzahl der Scheidungen und die damit verbundenen zerbrochenen Hoffnungen einst wohl „glücklicher“ Ehepartner besorgt. Die Erforschung der Ursachen scheiternder Paarbeziehungen ergab interessante Fakten.

Die soziologischen Erhebungen der letzten Jahre ermittelten in den meisten Ländern einen Hauptgrund für die zunehmende Scheidungsrate: die sexuelle Unzufriedenheit der Ehepartner. Ja, genau! Laut Daten amerikanischer Wissenschaftler aus Kalifornien  rangiert diese Unzufriedenheit deutlich vor anderen wesentlichen Eheproblemen, etwa unterschiedlichen Vorstellungen der Partner hinsichtlich der Freizeitgestaltung, finanziellen Schwierigkeiten oder sogar psychischen Erkrankungen eines Partners.

Auch britische Forscher nannten bei ihrer Analyse der Scheidungsgründe an erster Stelle die sexuelle Unzufriedenheit. Darüber hinaus erfragten sie weitere maßgebliche Gründe für die Trennung von Ehepaaren in der modernen Gesellschaft und kamen zu einer interessanten Schlussfolgerung. Viele der genannten Gründe ergeben sich als Folge der sexuellen Unzufriedenheit. Schlechter Sex führt dazu, dass das Interesse der Partner aneinander erlischt, dass sie einander nicht mehr achten und nicht versuchen, den Partner zu verstehen. Das hat zur Folge, dass der Dialog einschläft und es zu einer Situation kommt, in der „alles nicht stimmt“ – die Partner hören sogar auf, auf ihr Äußeres zu achten. Und vorbei ist es mit der Liebe …   

Bemerkenswert ist auch: Die Bedeutung des Faktors sexuelle Unzufriedenheit wächst bei beiden Geschlechtern. Heutzutage ist die fehlende sexuelle Harmonie ein Grund für das Ende einer Ehe bei etwa der gleichen Anzahl von Männern und Frauen. Zum Vergleich: In den 1970er bis 1980er Jahren nannten 10 Prozent der Männer und nur 4,3 Prozent der Frauen Unzufriedenheit mit dem ehelichen Sex als Scheidungsgrund. Diese Zahlen sind Mittelwerte für die entwickelten Länder.

Und was ist mit der Harmonie des Individuums?

Wenn der sexuelle Aspekt des gemeinsamen Lebens für einen der Partner an Bedeutung verliert und die gegenseitige Achtung und Aufmerksamkeit ebenfalls unbemerkt verloren gegangen sind, kann die Paarbeziehung zur Qual und manchmal sogar erniedrigend werden. Zum Beispiel, wenn einer der Partner stets bestimmt, wann und wie das Paar Sex zu haben hat oder sich als Bestrafung des anderen sexuell verweigert. Natürlich entstehen so unweigerlich Kränkungen, und diese verbessern nicht gerade das Mikroklima in der Ehe.  

Den Forschungsergebnissen französischer Wissenschaftler zufolge hatten 15 Prozent der Paare, deren Beziehung schließlich in einer Scheidung endete, über einen langen Zeitraum hinweg selten Sex, so mit Abständen von mehreren Monaten bis zu einem Jahr, weil einer der Partner dem anderen Sex verweigerte. Die Eheleute entfernten sich unweigerlich voneinander, ihre Beziehung verlor an Vertraulichkeit. Heutzutage sieht der/die statistische Durchschnittsmann/-frau das Heim nicht als eine Festung an, die es zu verteidigen gilt, sondern als ein wohliges Nest, als Quell der Wärme, der Liebe und der Zufriedenheit. Wenn das Nest keines mehr ist, verliert das Zusammenleben des Paares seinen Sinn. Nicht selten wird es dann zur Qual.    

Aber es geht nicht nur um die harmonische Beziehung. Sexuelle Unzufriedenheit verringert die Arbeitsfähigkeit des Menschen um 50 Prozent. Nicht selten führt sie zu Depressionen, sie drängt den Betroffenen gesundheitlich und hinsichtlich seiner psychischen Stabilität in eine „Risikogruppe“. Im Extremfall sind die Betroffenen sogar in der Lage, aus sexueller Frustration ein Verbrechen zu begehen. Mit anderen Worten, aus dem persönlichen Problem eines Individuums wird ein gesellschaftliches Problem, denn es betrifft die Sicherheit des Zusammenlebens aller im Allgemeinen sowie die Lebensqualität jedes Einzelnen im Besonderen. Und umgekehrt, Wissenschaftler betonen heutzutage, wie wichtig ein zufriedenstellendes Sexleben für die Gesundheit des Menschen ist. Sie können dazu diesen Artikel lesen, der sich speziell damit befasst.

Die unbestreitbare Logik der Schlussfolgerungen

Es ließe sich lange über dieses Thema diskutieren, die Zahlen jedoch sprechen für sich. Eine Analyse ist ein nüchternes, rationales Vorgehen. Kinder, Haushalt, Gemütlichkeit, Versorgung, Traditionen … Ohne jeden Zweifel ist dies alles sehr wichtig, aber unbestreitbar ist, dass befriedigender Sex das grundlegende Fundament jeder Ehe ist, ihr wichtigster Wert. So ist es, und die Bedeutung des Sex wächst von Jahr zu Jahr. Vielleicht werden wir alle in immer größerem Maßstab zu Egoisten, vielleicht ist in der „durchgedrehten“ modernen Welt die Befriedigung das Wichtigste für den einzelnen geworden, vielleicht verlieren andere Werte ihre Bedeutung oder vielleicht haben wir einfach gelernt, die Dinge bei ihrem Namen zu nennen und Vorurteile und überflüssige Scham loszuwerden. Lohnt es sich, deshalb zu jammern oder zu moralisieren? Kaum, denn das ändert nichts. Wir müssen nur begreifen, dass es die heutige Realität ist, die es zu berücksichtigen gilt. Wir sollten ihre Bedeutung erkennen, wertschätzen und verstehen, wenn uns die Harmonie des Individuums wichtig ist und uns die Frage des Zusammenhalts in der Ehe am Herzen liegt.

© Andrey Rider

Wenn Ihnen meine Gedankengängen oder mein Schreibstil im Allgemeinen gefallen haben, werden Ihnen vielleicht auch meine Romane, Novellen und Kurzgeschichten Freude bereiten.

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